Kawasaki bewirbt das Modelljahr 2027 als „Racebike mehr denn je“, und die Änderungen sind umfangreicher, als es zunächst wirkt.
Technik
Motor:
Ansaugkanal, Airbox, Auspuff und Schalldämpfer sind neu. Der Luftfilter hat 29 % mehr Fläche, und die Einspritzdüse sitzt jetzt im 90°-Winkel. Das Steuergerät ist neu abgestimmt. Der gerade Schalldämpfer ist 300 g leichter und erfüllt die Lärmvorschriften 2027.
Chassis:
Der Heckrahmen ist 200 g leichter, die Schwinge hat einen neuen Querschnitt, und die Showa-Gabel ist 350 g leichter. Die Kette hat zwei Glieder mehr, was den Radstand von 1.480 auf 1.485 mm verlängert.
Bremsen:
Die Anlage kommt jetzt komplett von Brembo, vorne mit 270-mm-Scheibe von Sunstar und hinten mit 240 mm. Das ist bei einer 450er-Motocrosserin eine Premiere.
Ausstattung:
Der Lenker lässt sich in vier Positionen montieren, die Fußrasten in zwei. Serienmäßig sind Renthal-Fatbar-Lenker, ODI-Griffe und Dunlop-Reifen verbaut.
Elektronik:
Über die App „Rideology The App KX2“ und eine GPS-Einheit im Kotflügel lässt sich vieles steuern. Es gibt fünf Mappings und zwei frei konfigurierbare Speicherplätze. Die Traktionskontrolle (KTRC) hat drei Eingriffsstufen, dazu kommen eine dreistufige Launch Control, ein Betriebsstundenzähler, Trip Logs und Abstimmungshandbücher.
Fahreindruck
Motor:
Er ist „angenehm aggressiv“, mit linearer Leistungsentfaltung und geringer Motorbremse. Vibrationen sind aber spürbar.
Elektronik: Das weniger aggressive Mapping gefiel dem Autor besser. Die Traktionskontrolle ist im Schlamm spürbar, greift aber nicht zu stark ein und mindert sogar Armpumpen. Der Mapping-Taster reagiert nicht immer beim ersten Druck.
Fahrwerk:
Es spricht sanft an und wird zunehmend härter. Das Bike ist wendig und weitgehend neutral, wirkt beim Absprung aber eher hecklastig. Auf der Geraden pendelte der Lenker leicht.
Ergonomie:
Der Tankbereich ist schön schmal, Mitte und Heck sind etwas breiter, mit gutem Anpressdruck. Die Sitzposition wirkt zunächst, als sei die Bank tief oder der Lenker hoch. Nach dem Verstellen des Lenkers passt sie besser.
Kupplung und Bremse:
Die hydraulische Kupplung ist unauffällig. Die Bremsen arbeiten auf hohem Niveau, nur die Hinterbremse wurde auffällig heiß.
Wartung: Die Airbox lässt sich werkzeuglos öffnen und der Filter einfach wechseln. Ein Vorsatz verändert die Luftzufuhr und damit das Drehmoment.
KX450FX:
Die Cross-Country-Variante hat denselben Motor und dasselbe Chassis. Sie unterscheidet sich durch 21/18-Zoll-Räder, Dunlop-EN91-Reifen, angepasste Federraten und Dämpfung sowie einen Seitenständer. Sie ist für Cross-Country- und Enduro-Rennen ohne Zulassungspflicht gedacht.